Hintze's Kunstwerkstatt
Hintze's Kunstwerkstatt

Der Hund und sein Mensch

Der Hund und sein Mensch

 

Mein FELLOW und ICH

 

Die folgenden Ausführungen beruhen auf eigenen Erlebnissen und Erfahrungen mit meinem Dackelrüden FELLOW, geboren am 31. August 2012 in Hude bei Rippens, www.kloster-hof.de

 

Es ist eine Jahrtausende alte Beziehung von Hunden und Menschen, dem Wolf, der zum Hund domestiziert wurde, bis er ein treuer, wenn nicht der treueste Gefährte des Menschen wurde.

Der Mensch erlernte , die Sprache des Hundes zu lesen und zu verstehen, der Hund lernte den Menschen zu beobachten, einzuschätzen und  ihn zu nehmen, gegebenenfalls ihn für seine Zwecke zu manipulieren, aber sich ihm eben auch anzupassen und ihm zu gehorchen, wie er es als Rudeltier gewohnt war und ist.

Der Hund will dem Menschen gefallen, er möchte geführt und beschützt werden, er möchte um Gottes willen nicht allein gelassen werden.....

Dieser Verantwortung muss sich jeder Hundebesitzer bewusst sein, will und kann er diese nicht übernehmen, darf er sich keinen Hund anschaffen und keinen Hund halten, überhaupt kein Tier.

Denn alle Haustiere bedürfen unseren Schutzes, unserer Zuwendung und Liebe und Fürsorge, egal was es kostet.

 

Fellow kam mit wenig mehr als acht Wochen in unser Zuhause, ganz klein, noch ohne die dackeltypische Schnauze, ein Baby, ein Welpe eben.

Zunächst durfte er in meinem Bett schlafen, er legte sich neben meinen Kopf und kuschelte sich an meinem Hals ein, da, wo er meinen Herzschlag spürte.

Dann fing er allmählich an durch mein Bett zu wandern, mich abzulecken...na ja, dann musste er in seiner Kiste, dem vertrauten Transportkorb neben meinem Bett schlafen. Das ging solange gut, bis er in der Lage war, auf mein Bett zu springen, unter die Decke zu kriechen und mir und sich so den Schlaf zu rauben.

 

Was tun?

Einen geeigneten, ruhigen Platz finden in meiner Nähe, aber außerhalb des Schlafzimmers, wo sein Körbchen ständig stehen konnte, immer für ihn erreichbar, wenn er es denn wollte oder brauchte oder es eben sein musste.

Das gelang im Vorraum zu Schlafzimmer und Bad, wenn nötig mit zu schließender

Tür zu den anderen Räumen, z.B. wenn mal Handwerker im Haus sind oder ähnliche fremde Personen, die nicht gestört werden dürfen oder die ihm unangenehm sind,  denen man besser ausweicht nach Hunde- und Menschenverständnis.

 

So ist es bis heute. Es klappt hervorragend.

 

Und dann ist da noch der Garten. Sicher eingezäunt.

Den gab es zu entdecken, zunächst unter Frauchens wachsamen Auge, erst mal, um stubenrein zu werden....und das mitten in einem kalten, schneereichen Winter, geprägt durch eisige Ostwinde.

 

Aber ein Dackel ist kein Schoßhund, nein, er ist robust, neugierig und hat schon als Welpe den berühmten eigenen Kopf! Nun begann behutsam die Erziehung mit der Herausforderung an Frauchen, liebevoll, aber konsequent zu sein-

 

EINE HERAUSFORDERUNG DER BESONDEREN ART

 

Wie erziehe ich meinen Dackel? Mit Lob und Tadel. Mit positiver Verstärkung. Möglichst ohne zu viele Leckerlis.

 

Ohne sich beeinflussen zu lassen von den tausend Ratschlägen der Hundehalterbesserwisser......jeder meint, nur er hätte recht......

 

Augen, Ohren, Mimik, Schwanzhaltung...alles im Blick haben. Was will mein Hund, was nicht? Und was will ICH von ihm?

 

So verging der erste Winter und FELLOW lernte das Allerwichtigste:

 

Stubenreinheit

 

An der lockeren Leine gehen

 

Bei Fuß gehen, wenn Schnuppern nicht angesagt war

 

Auf seinen Namen hören

 

Sich alles aus der Schnute nehmen lassen (Beißhemmung funktioniert)

 

Auf meinen Pfiff hören, z.B. dann aus dem Garten nach drinnen kommen

 

Keine Leckerlis von Fremden annehmen

 

Fremde nicht anspringen

 

Fahrradfahrer, Frauen mit Kinderwagen, Spaziergänger aller Art und Jogger weder anpöbeln noch anbellen usw.

 

Andere Hunde zwar beachten dürfen (alles andere ist unnormal), aber nicht anknurren, anbellen oder aggressiv werden, es sei denn:

 

Die Aggression geht vom anderen Hund aus, dann darf er sich wehren oder meinen Schutz annehmen, das heißt: Ich stelle mich vor ihn oder nehme ihn kurz und halte ihn auf Abstand oder ich schlage, wenn möglich, einen anderen Weg ein.

 

Ich finde, das ist eine enorm lange Liste, die wir abgearbeitet haben und an der wir tagtäglich weiterüben.

 

Das darf man nicht vergessen; Ein Hund ist kein Mensch, und selbst angeblich Gespeichertes muss IMMER WIEDER GEÜBT werden.

 

Natürlich ist diese Liste nicht vollständig, sie kann jeden Tag erweitert werden....z.B. um ein Riesenkapitel SPIEL UND SPAß.

Mein Hund bringt mir sein Lieblingsspielzeug – was will er mir wohl damit sagen?

Mein Hund buddelt intensiv im Beet – was sucht er wohl?

Mein Hund bringt mir seinen roten Ball...........und so weiter und so weiter

 

Man muss schon sehr unsensibel sein, wenn man sich diese Fragen nicht beantworten kann.

 

 

GEDULD      GELASSENHEIT         ZEIT

 

Warum male ich immer wieder Tiere?

 

Weil sie mein Leben begleiten, weil sie mir Kraft geben, Krisen zu überstehen – existenziell -, weil sie mich brauchen, mich fordern, mich Gelassenheit lehren und Vieles mehr.

Man beobachte eine dösende Katze, einen scheinbar schlafenden Hund und man weiß, was man  von Tieren lernen kann:

Entspannung, Ehrlichkeit, Vertrauen, Treue und die Fähigkeit, trotzdem so aufmerksam zu sein, in einer Sekunde auf Full Power zu schalten. Und, wenn es sein muss, die Flucht zu ergreifen oder anzugreifen.

 

Tiere lügen nicht, Tiere sind authentisch, Tiere sind schön, sind graziös, es passt alles. Es gibt keine sogenannten Ekeltiere, jedes Tier hat einen Sinn hier auf Erden. Es gibt keine hässlichen Tiere, die Natur ist in sich und in ihren Zusammenhängen immer folgerichtig, der Mensch versteht das nur nicht und bastelt sich ein Bild von der Natur und ihren Geschöpfen, wie es ihm in den Kram passt.

Deshalb wird er scheitern. Der Mensch ist der große Zerstörer.

Er ist es, der an Größenwahn leidet. Demut wäre angebracht vor der Schönheit und der Macht der Natur, auch ihrer zerstörerischen Macht. Aber daraus entsteht immer etwas Neues: Ein abgebrannter Wald sprießt wieder, ein gerissenes Tier ernährt ein anderes, z.B. einen Wolf oder eine Wölfin mit ihren Jungen.

Tiere hinterlassen keine verbrannte Erde......

 

Es gilt für mich Loriots Satz, in etwas erweiterter Form:

 

EIN LEBEN OHNE TIER(E) IST MÖGLICH, ABER SINNLOS.

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